Ordnung ist kein statischer Zustand, sondern ein temporäres Gleichgewicht.
In meiner kĂ¼nstlerischen Arbeit untersuche ich den Moment, in dem dieses Gleichgewicht ins Wanken gerät – wenn Struktur instabil wird und Material beginnt, unter Druck zu reagieren.
Mich interessiert nicht der makellose Zustand, sondern die Verdichtung von Zeit im Material. Spuren von Witterung, Oxidation und Erinnerung schreiben sich in die Oberfläche ein. Verfall ist dabei kein romantisches Motiv, sondern ein sichtbarer Prozess von Belastung, Widerstand und Transformation.
Meine Werke entstehen aus Schichtungen von Stoffen, die Veränderung nicht nur darstellen, sondern vollziehen: Rost, Pigmente, Textilien, Patina und Metall. Sie reagieren, reiĂŸen auf, verschieben sich. Material arbeitet – nicht gegen die Zeit, sondern mit ihr.
Architektur erscheint in meinen Bildern nicht als funktionales Bauwerk, sondern als fragiles System. Linien tragen Gewicht. Flächen geraten unter Spannung. Räume verdichten sich. Was stabil scheint, wird zur offenen Struktur – belastbar und zugleich verletzlich.
Zwischen Struktur und Auflösung entsteht ein Raum, der Kontemplation zulässt, aber auch Reibung sichtbar macht. Goldene oder helle Akzente stehen nicht fĂ¼r Glanz, sondern fĂ¼r Beharrlichkeit – fĂ¼r WĂ¼rde im Prozess des Wandels.
Meine Kunst ist eine Untersuchung von Zeit im Zustand der Spannung.
Von Raum unter Druck.
Von Material als Träger von Erinnerung und Widerstand.